Ostereitag

Ein ganz besonderes Osterei – einfach mal selber machen

Ob vom Huhn oder aus Schokolade: bunte Eier gehören zum Osterfest. Es gibt unzählige Möglichkeiten die Eier optisch zu gestalten und nicht selten haben diese Techniken eine jahrhundertelange Tradition. In Trossingen gibt es ganz besondere, die sogenannten „Brisilleneier“.  Kein Ei gleicht dem anderen. Deswegen werden diese Unikate oftmals nicht verspeist, sondern sorgfältig verpackt als Dekoration für das nächste Osterfest aufgehoben. Kräuter und Gräser aus dem Garten bilden die filigrane Struktur auf dem Ei. Zwiebelschalen und ein Sud aus Blauholz bilden die facettenreiche Farbenkombination.
Dieser Brauch stammt vermutlich von einer sparsamen Hausfrau, die den Sud zum Färben der Trachten auch als Basis zum Eierfärben verwendet hat.
Der Name „Brisillen“ kommt vom Blauholz selbst, das aus der Rinde eines brasilianischen Baumes gewonnen wird. „Brasilianisch“ änderte sich im Laufe der Zeit in das Wort „Brisillen“.
Jedes Jahr zur Osterzeit wird dieser Brauch von der Trachtengruppe Trossingen e.V. zum Leben erweckt. 800 bis 1000 Eier werden von den Mitgliedern an einem Tag gefertigt. Hierbei sitzen Jung und Alt zusammen, denn die Nachfrage auf dem Wochenmarkt in Trossingen (am Donnerstag vor Ostern) ist enorm. Wer dieses Handwerk bestaunen oder auch einmal selbst ein Brisillenei fertigen möchte ist herzlich eingeladen am Ostersamstag ins Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck zu kommen. Dort wird von 14-17 Uhr die Art des Brisilleneier-Herstellens gezeigt. Jeder Besucher kann selbst, wie einst, ein kleines Kunstwerk zaubern und es mit nach Hause nehmen.

Und so geht es:
Ein rohes Ei wird mit verschiedenen Gräsern (Buchholder, Winterling, Löwenzahn...) und Blumen (Schlüsselblümchen, Gänseblümchen, Veilchen...) rundum dicht belegt. Kleine Stückchen Zwiebelschale über die Gräser gelegt ergeben gelb-orange Farbflecken.
 
Das ganze wird in Zeitungspapier eingewickelt und mit einem dünnen Faden fest umwickeln, damit die Gräser und Blumen fest an das Ei gepresst werden. Danach wird es im Blauholzsud 25 min. gekocht.
 
Nach dem Abschrecken befreit man das Ei aus seiner „Haut“, reibt es anschließend mit ein wenig Öl ein und bringt es so zum Glänzen.
 

Weitere Informationen unter http://www.trachtengruppe-trossingen.de/

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